Where is the wisdom we have lost in knowledge?
Where is the knowledge we have lost in information?"

T.S.Eliot

Wo ist die Weisheit, die wir im Wissen verloren?
Wo ist das Wissen, das wir in Informationen verloren?

T.S.Eliot

 

Heute ...

Christiane Wolfes

 

 

Der kinesiologische Muskeltest

Bild vom Video über den kinesiologischen Muskeltest

Vortrag Didakta Köln 2010

Vortrag von Christiane Wolfes auf der Didakta/ Bildungsmesse 2010 in Köln

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Kinesiologische Begleitung im Bereich Wirtschaft

Herr A. hat sich vor  sechs Monaten selbstständig gemacht. Sein Geschäft läuft sehr gut und die Arbeit ist ihm schon fast zuviel. Er ist sich unsicher, wie er weiter vorgehen soll. Herrn A. ist das Muskeltesten und die Kinesiologie nicht bekannt.

Wir beginnen  mit der Stoffsammlung an der Flipchart. Alle genannten Punkte werden ungeordnet aufgezeichnet.
Der Klient nennt: Buchhaltung, Aquise, Telefon, Büroorganisation, Investition, Risiko, Personal, sich mehr Mitteilen, emotionale Unterstützung, Fallrechnungen erstellen, klares Reden, doppelter Umsatz, Arbeitsabläufe, Druck, zu viele Einzelheiten.

Dann teste ich die einzelnen Worte mit dem Indikatormuskel Latissimus dorsi durch. (Anmerkung 1.) Es ergeben sich Stressoren auf Buchhaltung, zu viele Einzelheiten, doppelter Umsatz und Personal. Priorität hat der Punkt Personal.

Im Gespräch stellt sich heraus, dass das Thema Personal sich mischt mit der Überlegung, einen Partner zur Unterstützung in die Firma aufzunehmen. Die Sachebene und die emotionale Ebene vermischen sich bei ihm. Die Sachebene bedeutet hier, jemanden einzustellen, der die Arbeit macht, die ich ihm gebe. Die emotionale Ebene bedeutet, ich möchte auch emotionale Entlastung und Unterstützung haben, ich möchte mit jemandem teilen, der mit mir auf gleicher Ebene steht. Die Vermischung der Ebenen ist meiner Erfahrung nach eine häufige Ursache von Unklarheiten und mangelnder Entscheidungsfähigkeit.

Herr A. ist allgemein im Gespräch sehr zurückhaltend. Ich verzichte deshalb auf weitere Erläuterungen, um die ihm Gelegenheit zu geben, die Lösung in sich zu finden. Ich bitte ihn, sich die positiven Punkte (Stirnbeinhöcker) zu halten und sich zuerst vorzustellen, die Firma mit einem Partner zu erweitern. Dann wird die Visualisierung noch einmal mit dem Punkt Personal wiederholt. Durch die Visualisierung in Kombination mit den positiven Punkten klärt sich für Herrn A., dass es hauptsächlich um Entlastung geht und nicht um eine ebenbürtige geschäftliche Partnerschaft zu diesem Zeitpunkt. Er fühlt sich jetzt viel wohler und hat eine klare Vorstellung über die nächsten Schritte.
Herr A. führt heute seine Firma als alleiniger Inhaber und expandiert weiter.

Anmerkung 1

Den seitlich zu testenden breiten Rückenmuskel wende ich  als Anzeigemuskel, als Indikator für das Gesamtsystem an. Er ist bei den meisten Menschen frei von emotionalen Angewohnheiten, zum Beispiel „Stärke zeigen müssen“ und ist leicht zu testen.

Begleitende Kinesiologie in der Paarbegleitung

Herr D, .59 Jahre und Frau M., 47 Jahre. Beide haben keine Erfahrung mit der Kinesiologie. Nach einem heftigem Streit beschlossen beide, die Chance des anderen Zugangs mit Kinesiologie zu nutzen. Anlass des Streites war das jeweilige Verhalten des anderen Partners.
Die Sitzung beginnt mit dem Gespräch. Um nicht endlosen alten Vorwürfe den Raum zu geben, bringe ich eine neue Form der Aussprache ein und verdeutliche das an der Flipchart. Es ergibt sich folgendes Bild:
Beide wollen die Beziehung erhalten, die Motivation ist die Klärung. Beide wollen wissen, warum der Streit passiert ist und wie damit umgegangen werden kann. Die Emotionen werden jeweils rechts und links eingetragen. Die alten Kompensationshandlungen füge ich darunter ein. In der Mitte schreibe ich auf , was beide wollen. Die ganz linke Spalte habe ich hier zum besseren Verständnis hinzugefügt.
Tabelle:

Die Motivation

Frau A

 

Das Ziel

Die Beziehung aufrecht zu erhalten

Herr D

 

IST-Gefühl
Ich fühle mich verlassen, missachtet und belastet, meine Grenzen wurden verletzt
Zorn und Ärger. Ich fühle mich missachtet
Ich wurde schon so viele Male verletzt

Unzweckmäßige automatisch Handlung
Fragen, Reden, eigene Annahmen, nicht ernstnehmen, ins Bett gehen, unausstehlich sein
Nicht sprechen, keine Worte dafür haben, androhen zu gehen, lautstarke Stimme
Wir wollen
Vertrauen, Nähe, Sprache, Sexualität, Zusammenleben, Zukunft, liebende Gefühle

 

Nach der Themensammlung teste ich mit dem Indikatormuskel verbal für den jeweiligen Partner die Priorität aus, sie ist hier unterstrichen dargestellt. Dann teste ich mit jedem Partner einzeln, in welchem Alter das Thema geankert ist.
Bei Frau M. zeigt sich ein Alter von sieben Jahren. Sie erinnert sich an ihre Schulzeit. Sie war sehr sensibel und hatte keine Freunde in der Schule. Ich ermutige sie, dieses unangenehme Gefühl in einen Satz zu fassen und teste den Satz. Der blockierende Glaubenssatz ist: „Keiner kommt zu mir.“ Ihre Angst, nicht gesehen zu werden, führte dazu, dass sie sich dominant in den Vordergrund drängte ohne auf die Grenzen ihres Partners zu achten. Frau M. formuliert für sich die balancierende Aussage: „Ich achte mich und verbinde mich mit meiner Sensibilität.“
Eine Erfahrung in meiner langjährigen Praxis ist, besonders bei dem Thema Partnerschaft immer die Energiezentren (Chakren) mit einzubeziehen. Ich teste deshalb mit Frau M. zuerst diese Energiezentren. Ihre Balanceübung ist, das Herzchakra und das Kehlchakra mit einer  Acht zu verbinden. Das Herz steht für die bedingungslose Liebe zu mir selbst und zu anderen. Das Kehlzentrum gibt dieser Liebe einen kreativen, sensiblen Ausdruck.
Mit Herrn D. teste ich als Zeitpunkt der Entstehung seiner Blockade das Alter von vierzehn Jahren aus. Er assoziiert: Alle Jungen um ihn herum hatten schon Freundinnen, nur er war allein. Als Selbstschutz zog er sich zurück in mentale Tätigkeiten, er forschte und las viel. Der Muskeltest zeigt an, dass es unterstützend ist, weitere Informationen in das Bewusstsein zu heben. Zur Auswahl des Bereiches benutze ich von mir erstellte Testlisten. Im Fall von Herrn D. zeigt es sich unterstützend, Blütenessenzen hinzuzuziehen. Er wählt eine Blüte (Rosalindeblüte), die prägnant auf ein bisher verstecktes Helfersyndrom hinweist. Herr D kann jetzt entspannt über diese Thematik reden und wählt als balancierende Aussage: „Ich bin es wert geliebt zu werden, wie ich bin. Ich würdige meine mentalen Fähigkeiten.“ Die Balance ist, Überkreuzbewegungen auszuführen und dabei laut die balancierende Aussage zu sprechen. Das Paar führt die ausgetesteten Übungen gleichzeitig aus und hat großen Spaß dabei.
Durch die mit dem Muskeltest herausgefundenen Koppelungen erkennen beide, dass in den Momenten des Streites alte Verletzungen zum Tragen kommen, die ihre Wurzeln nicht in der gegenwärtigen Beziehung haben. Der neue Blickpunkt entlastet das Paar sehr. Die Auflösung dieser Koppelungen legt eine neue Basis für den Umgang miteinander. Der Muskeltest zeigt keine Übungen für zu Hause an. Die Dauer der Balance ist eineinhalb Stunden.

Energie und Tatkraft aufbauen

Frau L., 55 Jahre,  Rechtsanwältin. Der Klientin ist das Muskeltesten bekannt.
Anlass der Sitzung war das Gefühl von Erschöpfung, von einem nicht verstandenen Gefühl von Widerstand im Büro. Grundsätzlich ist es ein Beruf, den die Klientin sehr gerne ausführt.
Wir beginnen  mit der Stoffsammlung und schreiben auf der Flipchart alles auf, was im Laufe eines Arbeitstages durchschnittlich zu behandeln ist. Die Klientin nennt Faxe, Briefe, Emails, Telefonate, gerichtliche Verfügungen, Mandantengespräche, Gerichtstermine, Berechnungen durchführen, Schriftsätze diktieren kontrollieren, und ehrenamtliche Tätigkeit. Um die Sammlung zu vervollständigen füge ich hinzu: Privatbereich, Freunde, X-Faktoren.
Ich beginne den nächsten Schritt mit wenigen Vortests: Zentraler Energiefluss, Ja/nein. Dann testen wir mit dem Indikatormuskel vorderer Deltamuskel alle einzelnen Punkte durch. Der Indikatormuskel schaltet bei dem Wort Email ab.
Ich frage die Klientin, was sie mit dem Wort Email alles in Verbindung bringt: Emails sind aufwendig in ihrer Beantwortung; die Emails sind oft in Kurzform geschrieben, so dass sie doch verhältnismäßig viel Zeit in ein klares Verständnis der Nachricht investiert werden muss. Es ist oft unklar, auf was wirklich Bezug genommen wird. Zusätzlicher Druck entsteht dadurch, dass meist eine sofortige Bearbeitung verlangt wird. Erst in diesem Gespräch wird Frau L. deutlich, wie viel Stress noch auf dieser Kommunikationsform liegt. Um einen Anhaltspunkt zu haben, testen wir die Höhe des Stresses (die Negative Emotionale Ladung) aus. Sie liegt bei 67 %. Als weitere Aussagen formuliert Frau L. spontan blockierende Überzeugungen: „Ich bin verantwortlich für Unvorhersehbares.“ „Die Arbeit kontrolliert mich.“  
Um das energetische Muster des Stressors näher zu benennen, teste ich die Augen, die Ohren und die Überkreuzbewegungen. Die Ohrenergie schaltet ab. (Anmerkung 2)
Dieses Muster ist Alter von zwei Jahren an geankert.
Was assoziiert die Klientin mit zwei Jahre alt sein ? Ich schreibe die einzelnen Stichworte wieder an die Flipchart und teste die Priorität. Es handelt sich um die Aussage:  „Ich bin schuld ein Mädchen zu sein (und nicht als Junge geboren worden zu sein).“
Die Klientin erweitert spontan die Aussage „Ich bin verantwortlich für Unvorhersehbares“ zu einem Grundgefühl, dass sie oft hat. Sie fühlt sich für Ereignisse verantwortlich, die von ihr nicht beeinflussbar sind. Der Muskeltest zeigt an, dass die Informationen  ausreichend besprochen wurde. Frau L. wählt den Zielsatz:: „Ich bin sicher in mir.“ Diesen schreibt sie über die Stoffsammlung an die Flipchart.
Über kinesiologische Fingermodi (Anmerkung 3) teste ich die balancierende Vorgehensweise. Es zeigt die Polaritätenbalance an. Der Prozess der inneren Neuorganisation ist beendet, als Frau L. tief durchatmet und ihre Augen öffnet. Der Muskeltest bestätigt der Klientin fühlbar, dass dieser Teil des Prozesses abgeschlossen ist. Mit weiteren Muskeltests wird das neue energetische Bild geankert. Das Wort Email zeigt nicht mehr als Stressor an. Der Stressprozentsatz ist auf null.
Nach dieser Sitzung fühlt sich die Klientin rundum gut und ist sehr im Kontakt mit sich. Als Hausaufgabe wählt sie die Übung "die Denkmütze" aus dem Brain Gym Programm (Balance der Ohrenenergie, Zugang zur Selbstwahrnehmung). Die Sitzung dauerte eine Stunde. Frau L. ist heute weiterhin erfolgreiche Anwältin. Sie hat Freude an ihrer Arbeit. Die Erschöpfung ist in der Intensität nicht wieder aufgetreten.

Anmerkung 2

Der Test der Ohrenergie ist ein Standardtest der Kommunikation. Die Ohren sind besonders mit der Eigenwahrnehmung verbunden. Schaltet meine Ohrenenergie ab, gab es vorher einen Punkt, an dem ich mich nicht wahrgenommen habe, an dem ich nicht mit mir kommuniziert habe.. Wo und wann habe ich nicht auf meine innere Stimme gehört? Was bedeutet es für mich, das wieder zu tun? Es geht also um mehr als die rein mechanische Korrektur mit bekannten Techniken. Die Klientin erlernt die Kombination von traditioneller Balance und vertiefter Eigenbeobachtung.

Anmerkung 3

Fingermodi sind Fingerstellungen, die zugeordnete Themen und kinesiologischen Balancetechniken repräsentieren. Sie werden verwandt, um mit wenigen Muskeltests das Thema die gesuchte Balancetechnik schnell einzukreisen.